Domain Parking mal anders: Mit WordPress MU.

Die meisten von uns „Web-People“ haben die eine oder andere ungenutzte Domain im (privaten) Portfolio.
Irgendwann mal eine gute Idee gehabt, der optimale Domainname für das im Embrionalstadium befindliche Projekt war grade frei und Zack! – Den Domainnamen registriert.

Dummerweise hat man ja immer noch etwas anderes, wichtiges, zu tun und so rutscht die soeben frisch erworbene Domain langsam aber sicher in die Tiefe des Domain-Portfolios. Mit dem obligaten „Under Construction“ Schild: Es kommt ja bald mal was; Nur wann, weiss ich nicht :)

Um solche Fälle kümmern sich die diversen Domain-Parking Anbieter, wie z.B. die zum 1&1 Konzern gehörende Sedo GmbH. Dort kann man sich anmelden und dann die ungenutzten Domainnamen auf eine spezielle, von Sedo bereitgestellte, Adresse zeigen lassen.
Jedesmal, wenn  jemand zufällig vorbeikommt und dann auf eine von Sedo angebotene Werbung klickt, erhält man dann ein paar Cent Beteiligung an den Werbeeinnahmen.

Das Problem bei dieser Art Parking:

  • Die Domain erhält keinerlei für das Thema relevante Inhalte und wird daher z.B. über Google kaum Besucher generieren. Die Parking-Einnahmen werden sich also ausschliesslich über sogenannte „Type-In“-Besucher generieren. Das sind Besucher, die den Domainnamen direkt in die Adresszeile Ihres Browsers eintippen.
  • Die Domain wird von Google „entwertet“, da ausschliesslich Werbeanzeigen zu finden sind. Nennt man auch „Made for Adsense“, oder kurz „MfA“.
    Solche „Angebote“ fallen triggern einen Filter und ehe man sich versieht, ist die wertvolle Domain stigmatisiert und zumindest mittelfristig für einen „Ernsteinsatz“ verbrannt.

Nun ist es aber Aufwändig für jeden Domainnamen einen eigenen Webspace einzurichten, evtl. ein CMS zu installieren oder einfach nur ein paar HTML-Seiten mit passenden Texten zu füllen. Ausserdem haben solche Lösungen das Problem, nur eine eher mittelmässige Google-Performance „hinzulegen“.

Eine wirklich gute Lösung dafür bietet das Blog-Tool WordPress an.
Die nötigen Erweiterungen installieren, konfigurieren und ein passendes Design aufspielen ist eine Sache von nichtmal einer Stunde.

Nachteil: Für jede Domain muss ein eigener Blog aufgesetzt und konfiguriert werden. Bei späteren Updates müssen entsprechend viele Seiten gepflegt werden etc.

Um diesen Nachteil zu vermeiden, setze ich auf die Multi-User Variante von WordPress: WordPress MU.
Sie können mit einer einzigen Installation tausende (Micro-)Blogs mit jeweils eigener Domain hosten. Ein evtl. notwendiges Update ist in Sekunden gemacht und der Wartungsaufwand ist minimal.

Alles was Sie dafür benötigen, ist ein virtueller Server, bei dem Sie eine eigene IP und Zugriff auf das „default“ Verzeichnis haben. Kriegen Sie für günstiges Geld, z.B. bei mir :)

Dummerweise „kann“ die Originalversion von WordPress-MU leider kein multiples Domain Hosting. Da geht nur Subdomain oder Verzeichnis. Aber da WordPress MU Open Source ist, gibt es kaum ein Problem, das sich nicht über ein Plugin lösen liesse.

Und so geht Domain Parking mit WordPress MU:

  • Laden Sie die aktuelle Version von WordPress MU von der Projekthomepage.
  • Installieren Sie den Inhalt der Zip-Datei im Stammverzeichnis Ihres Webservers.
    Dieser muss eine eigene IP haben und ein Verzeichnis, das aufgerufen wird, wenn Sie in der Adresszeile Ihres Browser nur die IP Adresse eingeben. Da gehört WordPress MU rein!
  • Legen Sie eine mysql – Datenbank mit dem Namen „wordpress“ und einem User sowie einem dazugehörigen Password an. Ich verwende für solche Aufgaben gerne phpMYAdmin. Unter Plesk oder Confixx kann man das ganze auch bequem aus dem Backend machen.
  • Richten Sie eine erste Domain auf diese IP, aber legen Sie keinen virtuellen Host auf dem Server dafür an.
    Das stellt sicher, das auch das WordPress-MU Verzeichnis aufgerufen wird ;)
  • Rufen Sie die Domain auf. Sie sehen den Installationsschirm von WordPress. Wahrscheinlich müssen Sie mit Ihrem FTP-Programm oder der SSH-Shell noch ein oder zwei Verzeichnisberechtigungen setzen. WordPress sagt Ihnen das auf Englisch.
  • Im folgenden Dialog aktivieren Sie vhosts für das Bloghosting und tragen Ihre E-Mailadresse und die Zugangsdaten zur Datenbank ein.
  • Das war’s schon mit der Grundinstallation. Ein paar Berechtigungen müssen nun wieder zurückgestellt werden, dann können Sie sich das erste Mal bei WordPress MU einloggen.
  • Nun müssen wir WordPress MU erstmal Deutsch beibringen:
    Erzeugen Sie das Verzeichnis wp-includes/languages und legen Sie die Datei  de_DE.mo dort ab.
    Download-Link: de_DE.mo von http://mu.wordpress-deutschland.org/
  • Dann öffnen Sie die Datei „wp-config.php“ mit einem Texteditor auf dem Webserver und ersetzen dort die Zeile define (‚WPLANG‘, “);Durch das Folgende:define (‚WPLANG‘, ‚de_DE‘);
  • Im Site-Admin Menü unter „Settings“, ganz unten, können Sie dann die Sprache des Blogs auf „Deutsch“ umstellen. Zumindest ein grosser Teil der Bildschirmmeldungen wird nun in Deutsch angezeigt.
  • Jetzt müssen wir WordPress zeigen, wie man mit PlugIns umgeht. Im Gegensatz zum kleinen Single-Blog Bruder ist WordPress MU hier etwas zickig und bietet und per Standard keine PlugIn-Einstellungen an. Kann man ändern. Und zwar im Admin Menü unter „Site Admin“ / „Einstellungen“. Das kleine Kästchen, ganz unten, neben dem Wort „Plugins“ aktivieren und schon taucht der gewünschte Menüpunkt im rechten Site-Menü auf.
  • Jetzt, wo WordPress-MU also auch Plugins kann, sollten wir uns doch mal eines besorgen. Am besten eines das WordPress MU beibringt, auch auf unterschiedliche Domainnamen zu „hören“, also unser Domain-Parking Projekt ans laufen zu bringen.Das gewünschte Teil heisst Multi-Site-Manager und ist hier runterzuladen: http://wpmudev.org/project/Multi-Site-Manager. Laden Sie aus dem rechten Kästchen die jeweils neueste PHP-Datei und speichern Sie diese auf Ihrem Webserver im Verzeichnis /wp-content/mu-plugins.
  • Im Menü „Site-Admin“ erscheint nun der Unterpunkt „Sites“ – Viola! Dort können Sie nun neue Blogs mit eigener Domain anlegen, die alle den selben WordPress Kern verwenden.

Natürlich war das jetzt noch nicht wirklich alles, um auch mit dieserart geparkten Domains eine gute Performance zu erzielen. Ein paar Plugins müssen schon noch installiert werden und die Inhalte für die Domains kommen auch nicht aus dem Nichts.
Aber hoffentlich habe ich mit diesem Artikel ihre Kreativität angeregt. Ich habe wirklich nur an der Oberfläche gekratzt und bin grade ganz begeistert dabei, dieses Konzept für meine Domains zu nutzen.

Sollten Sie der Meinung sein, das das auch etwas für Sie sein könnte ,Sie aber keine Zeit, keine Lust oder keinen Mut haben, sowas selbst zu installieren und zu betreuen, würde ich mich freuen, von Ihnen zu hören.

Ich kann Ihnen vom vorkonfigurierten Webserver bis hin zur Komplettbetreuung eines WP-MU Projektes gerne ein massgeschneidertes Angebot machen.

Sprechen Sie mich an!
Ich freue mich drauf Ihnen die unglaublichen Vorteile dieser Lösung schmackhaft machen zu dürfen.

14 thoughts on “Domain Parking mal anders: Mit WordPress MU.

  • Du hast auch bei Plesk Möglichkeiten.

    Entweder zu installierst WordPress MU an plesk „vorbei“ in das Standardverzeichnis des Webservers.

    Dann hast Du keine E-Mail u.s.w., aber brauchst nur im DNS die IP zu ändern und die Site im WordPress anzulegen.

    Oder, was auch gehen müsste, ist, das Du die Domains, die Du parken möchtest, einfach im Plesk als Domain-Alias für eine bestehende Domain anlegst!?
    Domain Aliase werden IMHO nicht auf die maximale Anzahl Domains angerechnet, sollte also funken?

    Ich verwende hier vServer (VPS v3) von Verio für diese Zwecke, die sind etwas einfacher auf der Shell zu konfigurieren und werden von Verio ziemlich gut gewartet.

  • Ok, das mit den Domain-Alias klappt in Plesk.
    Aber ich mich nicht einloggen.
    Ich bekomme immer wieder die Fehlermeldung:
    ERROR: Incorrect password.
    ERROR: Cookies are blocked or not supported by your browser. You must enable cookies to use WordPress.

    Ich habe das ganze schon mehrfach installiert….
    Hast du mal ein Beispiel wie das ganze aussieht.

  • Ich habe das ganze noch mal installiert, jetzt klappt es!
    Aber!
    Ich kann die Themes nicht wechseln.
    Ist das bei dir auch so?

  • Lies mal die Doku und Google etwas.
    Themes müssen zentral installiert und dann auf „per Blog“ Basis freigeschaltet werden.

    Plugins müssen über die Site-Einstellungen auch per Blog eingeschaltet werden, dann taucht der Plugin Reiter auch rechts auf.

  • Super Tipp, dankeschön – ich sehr Sedo auch als ziemlichen Nachteil für späteren „Ernsteinsatz“ und hab bislang immer einzelne WPs verwendet, weil ich von der Erweiterung zur Multi-Domain-Fähigkeit nix wusste. Wird mir in Zukunft einiges an Arbeit ersparen :-)

    Der einzige Nachteil für Hardcore-SEO-Optimierer: alle Blogs haben dann natürlich die gleiche IP-Adresse.

  • Hallo Ritchie,

    bie 1&1 z.B. gibt es, wie bei vielen anderen Hostern auch, die Möglichkeit mehrere IP Adressen beizupacken.
    Vorteil 1&1: Verschiedene Class-C Netze :)

    Beim Blogparking mit kleinen Blogs habe ich einen negativen Impact aber noch nicht festgestellt. Hauptsache die Aussage stimmt und es bringt dem, der zufällig vorbeikommt einen Nutzen. Dann findet das die grosse Suchmaschine sogar noch gut.

  • Hi,

    irgentwie krieg ich das mit den Themes nicht hin. Aber sonst echt gut, danke.

    MfG
    Peter


    Bitte!

    Die Systematik die hinter der Verwaltung z.B. der Themes steht, hab ich auch nicht wirklich geblickt. Da muss man wahrscheinlich eine höhere Bewusstseinsebene für erreicht haben.

    Aber wenn ich mich recht entsinne, muss man die Themes, die man im WordPress MU verwenden möchte, erst mal im „Stamm-Blog“ freischalten. Der „Site-Admin Reiter“ sollte ja nach den Einstellungen wie oben im Beitrag erwähnt, auch in den Schwester-Blogs sichtbar sein. Dort, also im Site – Admin findest Du dann den Reiter „Themes“ (wp-admin/wpmu-themes.php), in dem Du Themes für die Nutzung freischalten kannst. Erst dann erscheinen die Dinger auch in „Design“ / „Themes“.

    Warum einfach, wenns auch kompliziert geht ;)

    Die Themes einzeln bearbeiten geht übrigens nicht.

  • Danke für die super Anleitung, hat mir eine Menge Zeit und Nerven gespart. Weiter so. Grüße Felix.

  • Habe ich auch schon probiert, aber das mit dem Plugin Multisitemanager wußte ich nicht, darum habe ich die MU-Lösung wieder fallen gelassen.
    Das mit dem vhost auswählen verstehe ich nicht ganz. Soll man nun Sub-domains (like blog1.example.com) oder Sub-directories (like example.com/blog1) anlegen? Besten Dank für die ausführliche Anleitung.

  • Hallo, ich habe WP MU auch schon ausprobiert. Von der Idee her ist das ganze eine feine Sache. Der einzige Haken an der Sache ist, das viele Plugins damit nicht funktionieren. Und die Installation ein wenig komplizierter ist.
    Grüße Peter

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.